Arbeitsverhältnis - geringfügig beschäftigt

Informationen zur 400,00 EUR Tätigkeit

Ein 400-Euro-Job ist eine geringfügig entlohnte Beschäftigung. Eine solche Beschäftigung liegt vor, wenn das regelmäßige Arbeitsentgelt 400 € monatlich nicht überschreitet. Bis zum 31.03.2003 gab es eine Begrenzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 15 Wochenstunden. Diese Begrenzung ist nun weggefallen. Zum regelmäßigen Arbeitsentgelt zählen auch einmalige Zahlungen wie Gratifikationen.

Bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung gibt es einige Besonderheiten bei der Sozialversicherungspflicht. Wenn es sich bei dem 400-Euro-Job um die einzige Beschäftigung handelt, sind Sie von der Sozialversicherungspflicht befreit. Dasselbe gilt auch, wenn Sie neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung nur eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ausführen.

Werden mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen ausgeübt, so muss das jeweilige Entgelt zusammengerechnet werden. Überschreitet die Summe die 400-Euro-Grenze, so sind Sie sozialversicherungspflichtig.

Sie können allerdings freiwillig Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Dieses muss jedoch vor Arbeitsbeginn beantragt werden. Grundsätzlich müssen auch die Bezüge der geringfügig entlohnten Beschäftigungen versteuert werden.

Waren Sie nach den vorherigen Bestimmungen sozialversicherungspflichtig, weil Sie zwischen 325,01 € und 400 € verdient haben oder mehr als 15 Stunden pro Woche gearbeitet haben, entfällt die Versicherungspflicht nicht automatisch. Sie müssen dies erst schriftlich beantragen.

Für die Lohnsteuerpauschalierung ist zwischen der einheitlichen Pauschalsteuer in Höhe von 2 % und der pauschalen Lohnsteuer mit einem Steuersatz von 20 % zu unterscheiden. Bei beiden Steuerarten ist die Voraussetzung, dass eine geringfügige Beschäftigung vorliegt. Diese Pauschalierungen sind nicht von einem Höchstbetrag abhängig. Das bisherige Steuerfreistellungsverfahren für 325‑EUR-Jobs entfällt aufgrund der Einführung der pauschalen Abgeltungssteuer vom 1. April 2003 an.

Die Pauschalsteuer in Höhe von 2 % beinhaltet auch den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Voraussetzung für die Anwendung dieses Steuersatzes ist, dass pauschale Beiträge zur Rentenversicherung zu entrichten sind. Sie gilt auch für geringfügig entlohnte Beschäftigungen in Privathaushalten. Wird, zum Beispiel aufgrund der Zusammenrechnung mehrerer geringfügig entlohnter Beschäftigungen oder aufgrund einer befreienden Mitgliedschaft in einer berufsständischen Versorgungseinrichtung, kein pauschaler Beitrag zur Rentenversicherung gezahlt, kann die pauschale Lohnsteuer mit 20 % erhoben werden. Hier kommen jedoch noch der Solidaritätszuschlag (5,5 % der Lohnsteuer) und die jeweilige Kirchensteuer hinzu.

Beträgt Ihr Arbeitsentgelt mehr als 400-Euro, aber nicht mehr als 800 Euro, befinden Sie sich in der so genannten Gleitzone. Es verändern sich die Sozialversicherungspflicht und die Besteuerung. Oberhalb von 400 EUR sind sie sozialversicherungspflichtig. Die Beiträge müssen jedoch nicht in voller Höhe erbracht werden. Sie beginnen bei vier Prozent und steigen linear auf 50 Prozent an.

Auch geringfügig Beschäftigte haben einen Anspruch auf Urlaub. Die Anzahl der Urlaubstage richtet sich entweder nach dem Bundesurlaubsgesetz oder nach dem Tarifvertrag, sofern dieser bindend ist.